Zwischen Rückgang und Hoffnungsschimmer
Produktion im Sinkflug
Im ersten Halbjahr 2025 sank die Produktion von Schleiftechnik um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr – von 501 auf 425 Mio. Euro. Besonders gravierend: Der Export brach um fast ein Viertel ein, von 398 auf 306 Mio. Euro. Während der Export schwächelt, stützen Technologieprojekte den Absatz im Inland. Die heimische Nachfrage wird vermehrt durch inländische Anbieter gedeckt. Der Inlandsverbrauch stagnierte bei 247 Mio. Euro und legte nur um 1 Prozent zu. Insgesamt sinkt die Handelsintensität: Weniger Export, weniger Import.
Starkes erstes Quartal bei den Bestellungen
Ein Hoffnungsschimmer zeigte sich zu Jahresbeginn: Im ersten Quartal stiegen die Auftragseingänge um beeindruckende 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Treiber war das Ausland mit einem außerordentlichen Plus von 120 Prozent. Zusammen mit den folgenden beiden Quartalen zieht das Ausland mit plus 17 Prozent den Schnitt insgesamt nach oben, während das Inland mit einem Minus von 24 Prozent im selben Zeitraum deutlich schwächelte – eine Umkehrung gegenüber 2024. Besonders positiv entwickelte sich der Euro-Raum mit einem Zuwachs von rund einem Drittel. Über die ersten neun Monate hinweg bleibt insgesamt ein leichtes Plus von 4 Prozent. „Das erste Quartal war ein echter Hoffnungsschimmer. Doch die schwachen Inlandsaufträge zeigen, dass die Erholung alles andere als sicher ist“, betont Bernhard Geis, Leiter Wirtschaft und Statistik im VDW.
Exportmärkte: China vorne, USA schwächelt
Der Export von Schleif-, Hon-, Läpp- und Poliermaschinen insgesamt ging in den ersten drei Quartalen 2025 um ein Viertel zurück. China bleibt mit rund 108 Mio. Euro wichtigster Handelspartner, trotz eines Rückgangs von 12 Prozent. Die USA verzeichnen mit minus 39 Prozent einen überdurchschnittlichen Einbruch – vermutlich beeinflusst durch die Zollpolitik. Italien (22 Mio. Euro) und Polen (21 Mio. Euro) liegen nahezu gleichauf auf den Plätzen drei und vier. Indien fällt mit minus 60 Prozent besonders stark zurück, was auf eine Konsolidierung nach Jahren des Wachstums hindeuten könnte. Hoffnung geben Märkte im Nahen und Mittleren Osten (plus 59 Prozent) sowie Südostasien (plus 115 Prozent), wenngleich deren Anteil am Gesamtexport mit rund 3 Prozent bzw. knapp 2 Prozent gering bleibt.
Schweiz dominiert weiterhin den Import
Bei den Importen bleibt die Schweiz unangefochten an der Spitze mit einem Anteil von 42 Prozent. Tschechien folgt, verzeichnet jedoch ein überdurchschnittliches Minus von 22 Prozent. China zeigt sich vergleichsweise stabil mit einem leichten Rückgang von 2 Prozent.
Volatile Märkte fordern mehr Flexibilität und stärke Diversifizierung
Die Schleiftechnik steht 2025 unter erheblichem Druck. Produktion und Export gehen deutlich zurück, während der Inlandsverbrauch aktuell stabil bleibt. Die positive Entwicklung bei den Auslandsbestellungen – insbesondere aus dem Euro-Raum – unterstreicht die Bedeutung internationaler Märkte trotz rückläufiger Handelsintensität. Bernhard Geis fasst zusammen: „Die Branche muss sich strategisch neu ausrichten: mehr Flexibilität und eine stärkere Diversifizierung der Absatzmärkte sind entscheidender denn je, um sich als Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig positionieren zu können.“
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